Vom 28.09. bis 02.10. waren die Klassen der Jahrgangsstufe 1 auf Studienfahrt. Die WG-Klassen reisten nach Südtirol, die SG-Klassen und die BTG-Klasse nach Elba. Beide Fahrten verfolgten dasselbe Ziel: Lernen an außerschulischen Orten, das Unterricht, Praxis und Gemeinschaft miteinander verbindet.
Südtirol: Wirtschaft und Geschichte vor Ort erleben
Die Klassen WGW12-1, WGW12-2 und WGI12 der Walther-Groz-Schule erkundeten Südtirol als Lernort. Die Exkursion verband schulisches Lernen mit praktischer Anschauung: Was im Unterricht über Wirtschaft, Betriebe und Nachhaltigkeit behandelt wird, konnten die Schülerinnen und Schüler vor Ort unmittelbar nachvollziehen.
In Bozen besuchten sie das Archäologiemuseum, in dem der Gletschermann Ötzi ausgestellt ist. Das Museum gab einen Einblick in das Leben und Wirtschaften früher Gesellschaften und machte deutlich, dass wirtschaftliche Grundfragen wie Versorgung, Arbeitsteilung und Ressourcennutzung keineswegs neu sind. Eine anschließende Stadtführung zeigte, wie Handel, Tourismus und regionale Identität das Wirtschaftsleben einer Stadt bis heute prägen.
Eine weitere Station war das Bergwerk in Prettau. Hier wurde anschaulich, wie Rohstoffgewinnung organisiert ist, welche Rolle Kosten und Standortfaktoren spielen und wie sich ein Betrieb im Laufe der Zeit wandeln kann, etwa durch eine touristische Nutzung. Theoretische Begriffe aus dem Unterricht erhielten so einen konkreten Bezug. Bei der Wanderung zum Neves-Stausee standen Energieversorgung und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt, und die Gruppe erlebte diese Themen in der Landschaft selbst.
Auch das Gemeinschaftserlebnis war ein wichtiger Bestandteil der Fahrt. Gemeinsame Wege, Besichtigungen und Wanderungen stärkten den Zusammenhalt innerhalb und zwischen den Klassen. Das gemeinsame Beobachten, Fragen und Austauschen förderte Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit, also Kompetenzen, die im Berufsleben ebenso gefragt sind wie Fachwissen.
Die Eindrücke und Beobachtungen werden im Unterricht aufgegriffen, insbesondere in Betriebswirtschaftslehre. So wird die Exkursion zu einer Lerngelegenheit, die Theorie und Praxis unmittelbar verbindet, und zu einem Beispiel dafür, wie berufliche Bildung fachliches Wissen, praktische Anschauung und soziale Kompetenz zusammenführt.
Elba: Erlebnispädagogik und Klassengemeinschaft
Die Klassen SG12-1, SG12-2 und BTG12 verbrachten ihre Studienfahrt auf der italienischen Insel Elba. Im Mittelpunkt standen die Erlebnispädagogik, die Stärkung der Klassengemeinschaft und das Sammeln neuer Erfahrungen.
Bereits während der langen und teilweise anstrengenden Busfahrt wurde deutlich, wie wichtig es ist, gemeinsame Abmachungen einzuhalten und Verantwortung für den eigenen Bereich zu übernehmen. Gleichzeitig galt es, unterschiedliche Voraussetzungen zu berücksichtigen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Jeder leistet seinen Beitrag, denn nur gemeinsam kommt man ans Ziel.
Auch im Alltag gab es zahlreiche Gelegenheiten, Eigenverantwortung zu übernehmen und als Gruppe zusammenzuarbeiten. Bei der Zubereitung der Mahlzeiten, der Unterstützung des Kochteams, dem Spüldienst und der Reinigung der Apartments waren alle gefordert. Dadurch konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Selbstständigkeit stärken und erfahren, welchen Stellenwert der eigene Einsatz für das Miteinander hat.
Besondere Herausforderungen waren das Klettern und die Tauchgänge. Beim Klettern standen Vertrauen, gegenseitige Unterstützung und Verantwortungsbewusstsein im Vordergrund. Die Sicherung der Mitschülerinnen und Mitschüler erforderte Konzentration, Körperbeherrschung und Zuverlässigkeit. Zugleich lernten die Jugendlichen, an ihre Fähigkeiten zu glauben und persönliche Stärken wie Grenzen besser einzuschätzen.
Auch die Tauchgänge verlangten, sich auf ungewohnte Situationen einzulassen. Gefragt waren Selbstvertrauen, Vertrauen in andere und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen. Die gemeinsamen Erlebnisse stärkten den Zusammenhalt und zeigten, dass sich schwierige Aufgaben leichter bewältigen lassen, wenn man sich gegenseitig unterstützt.
Im Verlauf der Fahrt ergaben sich immer wieder Situationen, in denen die Jugendlichen miteinander kommunizieren und Lösungen finden mussten. Dazu gehörte, Zugeständnisse zu machen, Kompromisse zu schließen und Rücksicht zu üben, aber auch die eigene Meinung zu vertreten und sich durchzusetzen. Auf diese Weise konnten wichtige soziale Kompetenzen im praktischen Miteinander erprobt und weiterentwickelt werden.
Die Studienfahrt verdeutlichte, dass Lernen weit über den Unterricht hinausgeht. Durch die vielfältigen Aktivitäten wurden Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit, Vertrauen und Kommunikationsfähigkeit ebenso gefördert wie der Umgang mit schwierigen Situationen. Die Schülerinnen und Schüler lernten ihre persönlichen Stärken besser kennen, gewannen neue Eindrücke und wuchsen als Klassengemeinschaft enger zusammen.