Eine Woche voller Entdeckungen und Erlebnisse

Unser Tschechienaustausch an der WGS

Vom 19. bis 25. Oktober 2026 durften wir 16 Schülerinnen und Schüler aus Tschechien gemeinsam mit zwei Begleitlehrerinnen in Albstadt begrüßen. Eine Woche lang standen kultureller Austausch, gemeinsames Lernen und spannende Entdeckungen auf dem Programm. Dabei lernten die Jugendlichen nicht nur neue Orte und Traditionen kennen, sondern erfuhren auch, dass man sich verstehen kann, ohne dieselbe Sprache zu sprechen.

Kreativität und Musik statt Wanderung
Am Dienstag startete unser gemeinsames Programm in der Schule. Nach der Begrüßung, den Präsentationen der tschechischen Gruppe und einer kurzen Führung mit Quiz durch das Schulgebäude lernten sich die Jugendlichen bei gemeinsamen Aktivitäten näher kennen.
In der Mittagspause begingen wir die Stadt und unterschiedliche Personen berichteten zu Gebäuden und Plätzen, Orten und Treffpunkten.
Der geplante Ausflug auf den Traufgang mit einem Besuch der Hexenküche musste aufgrund des trüben Wetters und des nassen Laubs im Wald leider ausfallen. Doch das Alternativprogramm sorgte für ebenso schöne Begegnungen. Im Musikraum gestalteten die Schülerinnen und Schüler eigene Postkarten, spielten gemeinsam Spiele ganz ohne Handy und musizierten miteinander. Dabei wurde viel gelacht, ausprobiert und gemeinsam gestaltet. So entstanden erste Verbindungen, die keine gemeinsamen Worte benötigten.

Experimentieren, Sprachen entdecken und gemeinsam lernen
In den Chemie- und Spanischworkshops konnten die tschechischen Gäste gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern neue Themen entdecken.
Im obersten, neuesten Stockwerk der WGS begaben sich die 32 Schülerinnen und Schüler auf die Spuren von Robert Bunsen: Der Einstieg in eine spannende Chemiestunde bei Frau Hotz begann mit einer lehrreichen Geschichte und zwar wie Bunsen einst mithilfe der Flammenfärbung nachwies, dass Essensreste wiederverwendet wurden. Die faszinierenden Farben des Feuers sorgten im Klassenzimmer sofort für Begeisterung. Beim anschließenden Experimentieren waren genaues Beobachten, hohe Konzentration und starkes Teamwork gefragt. Die Jugendlichen arbeiteten hoch motiviert und aufmerksam zusammen – und die chemischen Wunder brachten nicht nur die Flammen, sondern auch die Augen aller Beteiligten zum Leuchten.

Sprachworkshop mit Herz und Rhythmus!
Im Spanischworkshop bei Frau Maier lernten die Jugendlichen nicht nur erste Sätze und das spanische Lied „Como los olivos“ von Bebe kennen, sondern knackten auch das Rätsel um ser und estar (die im Deutschen beide „sein“ und im Tschechischen „být“ bedeuten). Das Schönste dabei: Sprache ist wichtig, aber für echte Verbindung braucht es keine perfekten Vokabeln. Mit Gesten, Mimik, gemeinsamem Lachen und viel Offenheit funktionierte die Verständigung wie von selbst! Gerade diese Erfahrungen machten den interkulturellen Austausch besonders wertvoll.

Stuttgart: Von der Automobilgeschichte bis zur Großstadt
Mit dem Bus ging es nach Stuttgart, wo die Gruppe das Mercedes-Benz-Museum besuchte. Anhand der unterschiedlichen Fahrzeuge, von historischen Automobilen über Busse bis hin zu Rennwagen, konnten die Jugendlichen die Entwicklung des Automobils nachvollziehen. Dabei erfuhren sie auch, wie eng die Geschichte des Automobils mit der deutschen Geschichte, dem wirtschaftlichen Wandel und internationalen Entwicklungen verbunden ist.
Anschließend erkundeten die Jugendlichen die Stuttgarter Innenstadt und besuchten die Markthalle. Trotz des regnerischen Wetters ließen sie sich die gute Laune nicht verderben und sammelten viele neue Eindrücke von der Landeshauptstadt.

Schwäbische Traditionen und kulinarische Gemeinsamkeiten
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch im Haus der Volkskunst. Dort lernten die tschechischen Gäste die schwäbische Küche kennen und bereiteten gemeinsam Maultaschen mit Kartoffelsalat und Dessert zu. Beim Kochen und gemeinsamen Essen ergaben sich interessante Gespräche über die Essgewohnheiten und Traditionen beider Länder.
Besonders spannend war die Entdeckung, dass es in der tschechischen Küche ähnliche Speisen auch in süßen Varianten gibt. So wurde deutlich, dass sich kulturelle Gemeinsamkeiten manchmal gerade dort zeigen, wo man sie zunächst gar nicht vermutet. Das gemeinsame Kochen bot eine schöne Gelegenheit, Neues auszuprobieren, Erfahrungen auszutauschen und die kulinarischen Traditionen beider Länder kennenzulernen.

Von der Kakaobohne zur eigenen Schokolade
Am Freitag führte das Programm nach Waldenbuch. Dort stellten die Jugendlichen in einem Workshop ihre eigene Schokolade her und erhielten spannende Einblicke in die Welt des Kakaos. Bei der anschließenden Verkostung konnten sie ihre selbst hergestellten Kreationen probieren und neue Energie für den weiteren Tag sammeln.
Danach ging es weiter nach Tübingen. Dort hatten die Jugendlichen Gelegenheit, die historische Innenstadt zu erkunden, bevor sie bei einer Führung mehr über die Stadt und die Universität erfuhren. Damit verband auch dieser Ausflug kulinarische Entdeckungen mit Einblicken in Kultur, Geschichte und studentisches Leben.

Zeit in den Gastfamilien und ein emotionaler Abschied
Am Samstag verbrachten die tschechischen Gäste den Tag in ihren Gastfamilien. Diese gemeinsame Zeit bot Gelegenheit, den Alltag in Deutschland kennenzulernen und die entstandenen Kontakte weiter zu vertiefen. Oder die Familien besuchen eine regionale Sehenswürdigkeit und genossen ein letztes Mal traditionell „Kaffee und Kuchen”.
Am Sonntag hieß es schließlich Abschied nehmen. Für die Heimfahrt nach Tschechien gab es am Bahnhof noch Brezeln für die Reise. Doch neben den Leckereien flossen auch so manche Tränen, denn in nur einer Woche waren viele schöne Erinnerungen und persönliche Verbindungen entstanden.

Eine Woche, die verbindet
Der Tschechienaustausch war geprägt von gemeinsamen Erlebnissen, neuen Erfahrungen und vielen herzlichen Begegnungen. Ob beim Musizieren, Experimentieren, Kochen, Schokoladenherstellen oder Erkunden neuer Städte – überall bot sich die Gelegenheit, voneinander zu lernen und über kulturelle Unterschiede hinweg Gemeinsamkeiten zu entdecken.
Besonders eindrücklich war die Erkenntnis, dass man nicht dieselbe Sprache sprechen muss, um sich zu verstehen. Offenheit, Gesten, gemeinsames Lachen und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, können ebenso viel bewirken wie Worte.

Wir bedanken uns herzlich bei den Gastfamilien, den beteiligten Lehrkräften und allen, die diese abwechslungsreiche Woche ermöglicht und begleitet haben.
Mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck verabschieden wir unsere tschechischen Gäste und sagen: Děkujeme a na shledanou! – Danke und auf Wiedersehen!

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